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 Betreff des Beitrags: Der Oskar-Lafontaine-Komplex
BeitragVerfasst: Sonntag 21. September 2008 - 19:11 
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Toiletten-Wagen
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:mrgreen: Ich habe zwei gute Artikel auf Spiegel-online gefunden:

:megalol:

Quelle:
http://www.spiegel.de/kultur/gesellscha ... 29,00.html



DEBATTE UM LINKS UND LINKE

Der Oskar-Lafontaine-Komplex


Aufwärmen, umrühren, fertig: Oskar Lafontaine und die vermeintlich neue, schicke Linke sind genau wie Nescafé, findet Reinhard Mohr. Sie wollen Ideen von gestern aufkochen, um Politik für morgen zu machen - und leiden doch nur daran, den Schock des Mauerfalls nie verwunden zu haben.

Es ist ganz großes Theater, das den Deutschen nun schon seit Monaten geboten wird. Wie gebannt verfolgt die Republik die spannendste Inszenierung seit langem – den Oskar-Lafontaine-Komplex. Untertitel: Ein Mann sieht rot. Keine Bühne ist groß genug für ihn.

Wo immer er auftritt, redet er sich binnen Minuten in Rage wie einst Robin Hood, der Rächer der Enterbten. Sein neuester Coup: Jetzt will er das Milliardenvermögen der Familie Schaeffler enteignen, weil es "grundgesetzwidrig" sei. Bald müssen sich womöglich die Quandts, die Aldi-Brüder und andere Familienunternehmer warm anziehen.

Die frohe Botschaft ist einfach: Mit uns zieht die neue Zeit ein. Links, zwo, drei, vier. Da, wo das Herz schlägt. So wie damals in den guten alten Siebzigern, als es noch Vollbeschäftigung gab, soziale Gerechtigkeit, gleiche Bildungschancen für alle und schwarze Telefone mit Schnur und Wählscheibe.

Was es damals nicht gab: Globalisierung, Internet, RTL, Hedgefonds, Paris Hilton, iPhone und den Euro. China war noch ein Entwicklungsland und die Berliner Mauer stand fest für alle Ewigkeit. Wladimir Putin war ein kleiner KGB-Agent und Gerhard Schröder Juso. Wunderbare Zeiten.

Aus dieser glanzvollen Epoche kommt der Mann. Und dahin will er zurück.

Die Sensation aber ist: Er ist nicht allein. Millionen andere wollen den Weg mitgehen. Hier und jetzt. Die Linke ist zurück – im doppelten Wortsinn. Wieder da, doch mit dem Blick in die Vergangenheit. Als Partei "Die Linke" eilt sie von Wahlerfolg zu Wahlerfolg, dezimiert die SPD und treibt Hohn und Spott mit der einst so stolzen Volkspartei Willy Brandts und Helmut Schmidts. Jetzt versucht sie, Frank-Walter Steinmeier und Franz Müntefering als "Agenda"-Übeltäter zu brandmarken.

"Links! Comeback eines Lebensgefühls" lautet der Titel eines gerade erschienenen Buches, das einen "Linksruck der Deutschen" und zugleich das "Ende des neoliberalen Zeitalters" konstatiert. Nebenbei wird gleich noch eine neue "linke Bohème" entdeckt. In einem Wort: Pünktlich zum 40-jährigen Jubiläum der Revolte von 1968 ist links wieder schick.

Was eben noch als vermufft, abgestanden und vorgestrig galt, scheint wieder in. Gerade noch belächelte die "Generation Golf" jeden, der "die Gesellschaft verändern" wollte – und plötzlich kommt die Botschaft von den ungerechten Verhältnissen, von Ausbeutung, Hungerlöhnen und Millionengehältern der Top-Manager auf jedem Marktplatz in der Provinz an. Sogar in Bayern, wo auf Plakaten dafür geworben wird, "echte Rote" in den Landtag zu schicken.

Das Virus ergreift selbst bislang politisch eher unauffällige Berufsgruppen. Busfahrer gelten gemeinhin nicht gerade als potentiell revolutionäre Gruppe. Der tägliche Weg zur Endhaltestelle ist jedenfalls nicht mit sozialistischen Utopien gepflastert. Früher waren sie in der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV) mit seinem schwergewichtigen Chef Heinz Kluncker organisiert, heute sind sie bei Ver.di.

Da geht es um bessere Arbeitsbedingungen und mehr Lohn, nicht um Globalisierung, Klimakatastrophe und Dritte Welt. Schon gar nicht um Krieg und Frieden. Wenn also 221 Busfahrer aus dem Saarland, wie unlängst geschehen, geschlossen in Oskar Lafontaines Partei Die Linke eintreten, muss etwas Außergewöhnliches passiert sein.

2. Teil: Lafontaines weichgespülte Lenor-Linke

"Diskurshegemonie" nannte man früher die Dominanz einer bestimmten These, so diffus und fragwürdig sie sein mag. Sie lautet: Die soziale Ungerechtigkeit in Deutschland ist skandalös, und sie wird immer schlimmer. Dabei wäre sie ganz einfach zu beseitigen. Man muss ja nur die "Linke" wählen.

Es ist gerade die Mischung aus populistischer Schlichtheit und schillernder Unschärfe, radikaler Geste und gefühlter Patentlösung, die den Lockruf so attraktiv macht.

Oskar Lafontaines Fünf-Minuten-Terrine, das Blitzmanifest für (fast) alle, folgt der Logik eines auswendig gelernten Mantras: Höhere Löhne für unten, höhere Steuern für oben, weg mit Hartz IV samt Agenda 2010 und der Rente mit 67, Kontrolle der internationalen Finanzströme und natürlich: keine deutsche "Kriegsbeteiligung" nirgendwo. So einfach kann linke Politik sein. Da braucht man nicht einmal ein Parteiprogramm. Schon gar keine Gesellschaftstheorie. Von Praxis ganz zu schweigen.

Weichgespülter Reformistenhaufen

Es ist eine Politik, die sich ihre Welt lieber selber backt, statt sich die Mühe machen, sie zu verstehen. Die komplizierte, kaum überschaubare globale Wirklichkeit nimmt sie nur insofern wahr, als sie ins Korsett der eigenen Weltanschauung passt.

Erstaunlich ist dabei, dass diese "Linke" sogar ganz ohne Utopie auskommt. Ihre Zukunft ist die Vergangenheit. Von Sozialismus spricht man nur im kleinen Kreis von Sahra Wagenknecht, in der Wärmestube der guten alten Weltrevolution, in Arbeitskreisen, Info-Broschüren und Leserbriefen ans "Neue Deutschland". Dort werden gern auch noch Stasi, Mauerbau und Politbüro verteidigt. Und die DDR als "Friedensstaat".

Selbstverständlich wird man nie erleben, dass Oskar Lafontaine bei "Hart aber fair" oder "Maybrit Illner" konkrete Vorstellungen eines nun endlich authentischen Sozialismus auf deutschem Boden formulieren würde, zum Beispiel die Verstaatlichung der Schlüsselindustrien, die Zerschlagung der Großkonzerne und die Einführung eines Rätesystems – der gewählte Bundestag spiegelt ja nicht die "Volksmeinung", also die der "Linken", wider.

Nicht einmal jener elementare Fortschrittsglaube ist bei Oskars trüben Truppen eine treibende Kraft, der noch die gute alte SPD stets beseelt hat. Das sozialistische Morgenrot hat sich längst in das Altersrouge einer Sammlungsbewegung der Sechzigjährigen verwandelt, die sich gegen den Wandel der Zeit stemmt, statt ihn als Herausforderung zu begreifen.

Kurz: Diese "Linke", eine Mixtur aus ehemaligen Mitgliedern der DDR-Staatspartei SED, enttäuschten Sozialdemokraten und Gewerkschaftern, nicht zuletzt versprengten Mitgliedern der DKP, Trotzkisten und anderen Restbeständen der alten Westlinken, ist zutiefst sozialkonservativ, ja reaktionär.

Verglichen mit der radikalen Neuen Linken nach 1968 ist dieser Kampfverband für die gute alte Welt von gestern zudem ein ausgesprochen müder, weichgespülter Reformistenhaufen, eine Lenor-Linke, die in gewisser Weise sogar spießiger ist als der "alte ewige Sozialdemokrat" (Franz Josef Degenhardt) seligen Angedenkens. Denn sie sind ja gar nicht gegen den Kapitalismus, von dem sie sehr gut leben. Sie wollen das Kapital nur besser melken und den politischen Rahm aller Rechthaber abschöpfen: Wählerstimmen und Mandate.

Ihre Methode ist schlagend: Man stellt Milchmädchenrechnungen auf, steile Wenn-dann-Extrapolationen, phantastische Man-müsste-nur-Hochrechnungen, die im Unendlichen aufgehen. Oder in Dänemark, dem neuen Traumland Lafontaines, da wo angeblich Milch und Honig fließen und der Sozialstaat blüht wie einst im Mai.

Ein bisschen ähneln diese praktischen Fertigbaumodelle zur Komplexitätsreduktion an die grüne Idee von der "sozialökologischen Kreislaufwirtschaft" aus den frühen achtziger Jahren: Alles wird gut, wenn man sich nur in der geschlossenen Welt seiner eigenen Vorstellungskraft bewegt, in der die schöne Idee stets aufs Neue über die hässliche Wirklichkeit triumphiert. Die unangenehmen, zuweilen unlösbaren Widersprüche müssen leider draußen bleiben.

3. Teil: Die deutsche Linke ist tot

Äonen entfernt scheint jener linke Antikapitalismus der siebziger und achtziger Jahre, den ein einstiger Spitzenmann der Grünen, der Hamburger Thomas Ebermann noch in den Neunzigern mustergültig auf den Punkt brachte: "Links sein heißt kein Vaterland haben, nicht um einen nationalen Standort in der Welt rangeln, sondern denen, die in diesem System das Sagen haben, die Pest an den Hals zu wünschen."

Einen Vorteil hatte diese unversöhnliche Kampfansage an die Realität: Sie war ehrlich gemeint. Und sie hatte Konsequenzen. Die waren allerdings nicht immer angenehm. Die wichtigste lautete: Die deutsche Linke ist tot. Mausetot. Spätestens seit dem Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 ist sie in eine Existenzkrise geraten, die sie nie bewältigt hat.

Plötzlich war die Revolution da, auf die man so lange gehofft hatte – aber sie kam, ganz anders als erwartet, aus dem Osten. Geradezu hinterrücks, fast heimtückisch, überrollte der östliche "Wind of Change" die westliche Linke, die gerade, wie Sven Regeners "Herr Lehmann", gemütlich am Kneipentresen in Kreuzberg stand und ein Bier bestellte. Schlimmer noch: Dieser Umsturz war antisozialistisch und pro-kapitalistisch, dazu bürgerlich-demokratisch.

Und: Die Revolution kam aus der Kälte, aus einer fremden, geradezu anachronistischen osteuropäischen Vergangenheit, von der man im Westen sowieso nichts wissen wollte. Damit erwischte sie die versammelte Toskana-Linke auf dem falschen Fuß. Denn die konkrete Utopie der antikommunistischen Ost-Revolutionäre war grosso modo der Status quo des Westens, genau das also, was die Westlinke zeitlebens bekämpft hatte. Von diesem Schock hat sie sich nie wieder erholt.

Unterdessen verpasste sie die historische Chance einer grundsätzlichen Revision ihrer ideologischen Überzeugungen – trotz aller heftigen Debatten in den neunziger Jahren, in denen Freundschaften zerbrachen und sich Lebenswege trennten.

Verräter an der Sache

Immer noch blieb jene diffuse Grundeinstellung dominant, der zufolge ein (links-)liberaler, aufgeklärter Realismus im Grunde nichts anderes sei als die feige Kapitulation einer großartigen Idee vor der schlechten Wirklichkeit. So nährten sich alte Mythen und neue Verschwörungstheorien gegenseitig, während die linke Selbstaufklärung überwiegend von jenen betrieben wurde, die man "Renegaten" nannte, also Verräter an der Sache.

Was diese Sache genau sei, wusste man allerdings immer weniger – so wenig, wie ein aufrechter Sozialdemokrat weiß, was eigentlich heute jener "demokratische Sozialismus" sein soll, der immer noch im offiziellen Parteiprogramm der SPD steht.

So wurde aus der einstigen Utopie einer anderen Gesellschaft, wie immer man sie sich vorstellte, ein diffuser Phantomschmerz, ein Ressentiment. Es ist dieses nagende Verlustgefühl, das gefühlte schwarze Loch einer vergangenen Zukunftshoffnung, jenes politisch-ideologische Sinndefizit einer Generation, an das Oskar Lafontaines "Linke" in West und Ost derzeit so erfolgreich appelliert – dies- und jenseits aller unmittelbar materiellen Glücksversprechungen.

Ihr Populismus setzt deshalb ganz unverhohlen auf Placebo-Effekte. Bei dieser Nescafé-Linken sollen alle Wohlmeinenden und Richtigfühlenden mitmachen können, vom sozialdemokratischen Gewerkschaftsboss bis zum gesellschaftskritischen Zahnarzt, vom Busfahrer bis zum Architekten. Die politisch erlösende Instant-Mischung fürs gute linke Bauchgefühl ist pulverförmig und schnell löslich – einfach aufwärmen, umrühren, fertig. Eine Art Red Bull für alle.

Mit der tragischen – und blutigen – Jahrhunderterfahrung des Scheiterns aller sozialistisch-kommunistischen Klein- und Großversuche setzt sich diese ergraute Mitmachbewegung – pro bono contra malum – natürlich erst gar nicht auseinander, und nicht zufällig gehören Lügen, Halbwahrheiten und Geschichtsklitterung zum unverzichtbaren Arsenal seiner Propaganda. Dabei ist das geistige Oberhaupt der Bewegung, Oskar Lafontaine, weder ein Bonsai-Hitler noch ein petit Le Pen, wie Altkanzler Helmut Schmidt jüngst nahelegte – er verfügt ganz einfach über viel demagogische Begabung.

Der weiße Wal Kapitalismus

"What's left?" fragte vor genau 15 Jahren das Feuilleton der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" in einer Artikelserie ebenso doppeldeutig wie hintersinnig. Damals hatte diese Frage noch eine durchaus dramatische, historische Bedeutung.

Heute, fast zwanzig Jahre nach dem Mauerfall, würde sie nur noch eine Gespensterdebatte auslösen. "Links" ist zum Label geworden, zum beinah austauschbaren Markennamen im politischen Konkurrenzkampf um Macht und Wählerstimmen. Früher hätte man gesagt: Zum Fetisch.

Selbst das aktuelle Buch zum Thema mit dem fettgelb gedruckten "Links!" auf dem Cover erweist sich als charmanter Etikettenschwindel. Denn was als sympathisierende Analyse eines allgemeinen Linksrucks annonciert wird, erweist sich bald als kluges Manifest für einen undogmatischen linksliberalen Pragmatismus, der den direkten Gegenpol zu Lafontaines orthodoxem Linkskonservatismus markiert. Man wagt kaum zu zitieren, aber der "linke" Autor Christian Rickens, Jahrgang 1971, schreibt: "Das eigentlich Großartige am Kapitalismus ist ja seine enorme Anpassungsfähigkeit an Knappheiten."

Ob das am Ende auch für die Knappheit an originellen, intelligenten, zukunftsweisenden Ideen gilt? Die schwer gebeutelte SPD weiß ein Lied davon zu singen: Ihr eigentliches Drama ist ihr Erfolg. Statt um Kinderarbeit und Zwölfstundentag geht es jetzt um Kitaplätze und Pendlerpauschale. Und die fordert selbst die CSU von Erwin Huber.

Aber so ist er, der Kapitalismus. Am Ende wird er auch noch den Oskar-Lafontaine-Komplex schlucken wie der weiße Wal den Käpt'n Ahab.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Oskar-Lafontaine-Komplex
BeitragVerfasst: Sonntag 21. September 2008 - 19:16 
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http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,578251,00.html



Oskars wundersame Welt

Von Christian Reiermann

Mit einer Mischung aus ökonomischen Halbwahrheiten, Trugschlüssen und Irreführungen treibt Linken-Chef Lafontaine die Konkurrenz vor sich her. Seine Thesen sind höchst angreifbar.

Der Mann auf der Ladefläche des Kleinlasters bebt vor Zorn und Eifer. Von oben herab wütet Oskar Lafontaine gegen den enthemmten Kapitalismus. Er geißelt die "Zertrümmerung der Rentenformel", beklagt die "Enteignung der Arbeitnehmer" und schimpft über die "verfehlte Privatisierungspolitik".

Privatisierung komme von privare. "Das heißt berauben", ruft er seinen rund 150 Zuhörern auf dem Max-Josefs-Platz in Rosenheim zu. Das Publikum zeigt sich dankbar für die kurze Lateinlektion. Was Lafontaine verschweigt: Privare bedeutet auch: befreien. Doch das hätte ja die Pointe zerstört.

Die Episode zeigt, wie der Linken-Parteichef argumentiert und agitiert, nicht nur aktuell im bayerischen Landtagswahlkampf. Gern klaubt er sich Daten und Fakten und montiert sie nach Belieben. Es entsteht ein Weltbild in Schwarzweiß. Die Schlechten sind die da oben, die Guten die da unten, zu denen er gerade spricht.

Mit dieser Methode jagt Lafontaine seit Monaten die Berliner Parteien vor sich her. Niemand spickt seine Reden mit so vielen Zahlen, kein anderer tritt so ungeniert im Duktus des Oberlehrers auf: er selbst im Besitz absoluter Wahrheit, die anderen verblendet von neoliberaler Ideologie.

So trieb Lafontaine die SPD an den Rand der Spaltung. Selbst in der Union zollen ihm viele heimlich Respekt. Der Mann habe doch in vielem recht. Hat er?

Der Eindruck entsteht, weil Lafontaine seine Behauptungen meist unwidersprochen Dutzende Male wiederholt. So behauptete er am Mittwoch vergangener Woche in der Fernsehsendung "Hart aber fair" wieder, Kanzlerin Angela Merkel habe in Moskau studiert, was falsch ist. Wer genauer prüft, erkennt den Charakter der Masche Lafontaine: Seine Argumente stecken voller Trugschlüsse und trivialer Fehler, Halbwahrheiten und gezielter Irreführungen.

Beispielhaft dafür steht, wie er 50 Milliarden Euro für das Investitionsprogramm der Linken auftreiben will. "Die Finanzierung ist kein Problem für eine Partei, die als einzige ein seriöses Finanzierungskonzept hat", rühmt sich der Vorsitzende.

Die Rezeptur ist schlicht: "Die Steuer- und Abgabenquote muss auf das europäische Durchschnittsniveau angehoben werden." 120 Milliarden Euro kämen so zusammen. Mit dem Geld könnten nicht nur das Konjunkturprogramm bezahlt, sondern auch sämtliche "Sozialkürzungen" der vergangenen Jahre korrigiert werden.

Das dürfte nicht reichen, allein die Rücknahme der Kürzungen bei Rente und Krankenversicherung würde rund hundert Milliarden Euro kosten. Lafontaines Zahlenbasis ist eh brüchig. Er legt Werte der Industrieländerorganisation OECD zugrunde, bei denen die Abgabenbelastung Deutschlands fünf Prozentpunkte unter dem EU-Schnitt liegt. Die Kalkulationen berücksichtigen aber nur die Länder der EU vor der Osterweiterung.

Doch es gibt auch andere Zahlen. Die EU-Kommission berechnet die Abgabenlast für die gesamte EU und kommt auf 37,1 Prozent. Deutschland liegt zwei Prozentpunkte darüber, nicht darunter. Dieses Ergebnis rechtfertigt eher Steuersenkungen.

Mit Widersprüchen hält sich Lafontaine nicht lange auf. Lieber listet er auf, wie er das Geld auftreiben würde. "Dafür wollen wir die Wiedereinführung der Vermögensteuer, die Anhebung der Erbschaftsteuer, einen höheren Spitzensteuersatz, die Börsenumsatzsteuer." Eine "angemessene Unternehmensbesteuerung" natürlich auch.

Risiken und Nebenwirkungen nennt er nicht. Der Kaufkraftentzug käme einer Mehrwertsteuererhöhung von 15 Prozentpunkten gleich. Den Abgabenschock könnte keine Volkswirtschaft verkraften.

Lafontaine aber weiß es besser, schließlich war er selbst mal Finanzminister. Er sei der Ressortchef, "der in den neunziger Jahren den Haushalt mit der geringsten Nettoneuverschuldung eingebracht hat", sagt er gern. Das klingt eindrucksvoll, ist aber falsch. Vorgänger Theo Waigel (CSU) lag bei vier seiner Etatentwürfe besser.

2. Teil: In Lafontaines Welt ist Wirtschaft ein Nullsummenspiel.

Lafontaine tut sich ohnehin schwer, Leistungen anderer anzuerkennen, vor allem die seines Erzrivalen Altkanzler Gerhard Schröder. Dessen Agenda 2010 gilt ihm als Attentat auf den Sozialstaat, als Kapitulation vor dem Kapital. Mit der Belebung am Arbeitsmarkt habe sie nichts zu tun.

"Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist wie überall in der Welt eine Folge des konjunkturellen Aufschwungs", doziert der Linken-Chef. Das stimmt nur zum Teil. Erstmals seit Jahrzehnten lag die Sockelarbeitslosigkeit, also jene Zahl von Arbeitslosen, die auch im Boom keinen Job bekommen, niedriger als im vorangegangenen Zyklus. Um 300.000 Personen.

Früher nahm die konjunkturell unbeeinflussbare Erwerbslosigkeit von Abschwung zu Abschwung um 800.000 Menschen zu. "Wir haben wegen der Agenda 2010 1,1 Millionen Jobs mehr, als es eine Wiederholung früherer Konjunkturmuster hätte erwarten lassen", sagt Hans-Werner Sinn, Präsident des Ifo-Instituts.

Lafontaine lässt das nicht gelten. "Ich kann jedem einen Ein-Euro-Job geben und dann den Sieg über die Arbeitslosigkeit erklären." So spottet er, zu Unrecht. Seit Einführung der Ein-Euro-Jobs liegt deren Zahl relativ konstant bei 300.000. Die Abnahme der Arbeitslosigkeit hat also andere Ursachen: Es entstanden vor allem reguläre Jobs, als Vollzeit- oder Teilzeitstellen.

Gern wettert der Linken-Vorsteher zudem gegen den Ausverkauf von Volkseigentum. Früher war alles besser, als Gemeinden noch eigene Stadtwerke besaßen. Strom, Wasser und Gas waren billiger. Jetzt hätten Konzerne das Sagen. "Privatisierung führt nur dazu, dass der Service schlechter wird und die Preise steigen", ruft er vom Laster. Lafontaine irrt.

Steigende Strom- und Gaskosten sind Folge einer verfehlten Liberalisierungspolitik und nicht Folge eines Eigentümerwechsels. Der Staat schaffte es nicht, für Wettbewerb zu sorgen. Vorbildlich gelang ihm das bei der Telekommunikation. Die Telefonkosten sanken auf einen Bruchteil, bei verbessertem Service. Das gelungene Beispiel verschweigt Lafontaine.

Zu großer Form läuft der selbsterklärte Weltökonom auf, wenn es um Diagnose und Therapie im globalen Rahmen geht. Als Ursache allen Übels gilt ihm die Abkehr von festen Wechselkursen Anfang der siebziger Jahre. Seitdem könnten sich Spekulanten und andere Finsterlinge an der Not kompletter Volkswirtschaften hemmungslos bereichern, klagt Lafontaine. Die Schuldigen stehen für ihn fest: "Es waren vor allen Dingen die USA, die vom System der festen Wechselkurse auf Druck der New Yorker Wall Street abgerückt sind."

Außer der Grammatik stimmt an dem Satz so gut wie nichts. Es waren die Partnerländer der USA, allen voran die Bundesrepublik, die das Festkurssystem aufkündigten. Aus Furcht vor Inflation waren sie nicht länger bereit, ständig zugunsten des schwachen Dollar zu intervenieren. Lafontaine will dennoch wieder feste Wechselkurse. "Vor zehn Jahren wollte man sich auf eine neue Architektur des Weltfinanzsystems einigen. Geschehen ist seitdem nichts." Die Erinnerung trügt. Niemand außer ihm setzte sich damals für eine Renaissance des Fixkurssystems ein. Amerikaner und Briten ließen ihn abblitzen.

Eine Forderung mit Ewigkeitscharakter in Lafontaines Arsenal ist eine Steuer auf Devisengeschäfte. Nur noch fünf Prozent des Geldes, das täglich den Erdball umkreise, finanziere Warenverkehr oder Investitionen, die restlichen 95 Prozent dienten der Spekulation. Doch auch hier liegt er falsch. Dabei machen Exporte und Investitionen nur 2,5 Prozent des täglichen Devisenumsatzes aus, aber die Exporte verursachen ein Vielfaches ihres Volumens an Devisengeschäften.

Kauft etwa ein chilenischer Autoimporteur einen Mercedes der S-Klasse, so werden seine Pesos zunächst in Dollar und erst anschließend in Euro umgetauscht. Der Grund: Es gibt kaum direkte Tauschgeschäfte zwischen chilenischer und europäischer Währung. Versucht sich der Importeur zudem vor Wechselkursrisiken zu schützen, löst er zusätzliche Devisengeschäfte aus. In Lafontaines Welt laufen diese Aktionen unter Spekulation, tatsächlich machen sie grenzüberschreitenden Warenaustausch erst möglich.

Doch davon hält er ohnehin nicht viel. Die Ausfuhr von Waren, so hat er erkannt, führt zu mehr Arbeitslosigkeit. "Wir verkaufen viel mehr Waren ins Ausland, als wir selbst Waren von anderen abkaufen. Wir exportieren Arbeitslosigkeit und importieren Beschäftigung." Das gibt Anlass zu moralischer Entrüstung. "Wir sind der Exportweltmeister, wir sündigen an dieser Stelle am meisten." Läge Lafontaine richtig, müsste die Zahl der Arbeitslosen in Ländern, mit denen Deutschland intensiv Handel treibt, merklich gestiegen sein. Das Gegenteil war der Fall: In den USA, Großbritannien und Dänemark herrschte lange nahezu Vollbeschäftigung. In der EU sank die Arbeitslosigkeit stetig.

In Lafontaines Welt ist Wirtschaft ein Nullsummenspiel. Was einer gewinnt, verliert der andere. So aber funktioniert Weltwirtschaft nicht. Amerikaner oder Russen kaufen Autos oder Werkzeugmaschinen in Deutschland, weil sie nirgends, auch zu Hause nicht, Produkte finden, die ihren Wünschen mehr entgegenkommen.

Müssten ausländische Kunden heimische Produkte kaufen, wären sie gezwungen, für gleiche Qualität mehr zu zahlen oder geringere Qualität zu akzeptieren. Beides bedeutet Wohlstandsverlust. Viel gibt es nicht, auf das sich fast alle Ökonomen einigen können. Aber der Glaube, dass der Warentausch über Ländergrenzen hinweg beiden Seiten eher nützt, gehört dazu.

Im Schnitt und auf Dauer macht Welthandel alle Beteiligten wohlhabender. Die Menschen können sich mehr leisten, das senkt die Arbeitslosigkeit weltweit.

Der gelernte Physiker Lafontaine teilt diese Meinung nicht. Oder nur manchmal. Dann sagt er etwa: "Deutschland ist als Exportweltmeister der größte Nutznießer der Globalisierung." Was denn nun? Sünder oder Nutznießer? Gelegentlich scheint er sich in seiner Welt selbst nicht mehr zurechtzufinden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Oskar-Lafontaine-Komplex
BeitragVerfasst: Sonntag 21. September 2008 - 20:11 
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Der Beitrag ist sehr aufwändig gemacht,das muß man lassen.
Aber-warum gibt es eigentlich die Linke und immer mehr Anhänger?
Nicht nur wegen Lafontaine,sondern weil die großen Volksparteien-wie sie sich gern nennen und da meine ich besonders die SPD Politik an der Mittelschicht und die darunter vorbeimachen.
Die SPD ist in 1998 nur durch Lafontaine's Parteiprogramm an die Macht gekommen.

Das war die Wirtschaft und die Großindustrie,die Lafontaine abgesägt haben.
Und danach machte Schröder eine Kehrtwendung seiner Politik um 180 Grad,weil er ja auch Beziehungen unter anderem zu VW hat.
Das steigerte sich noch mit den Hartz 4 Gesetzen.Wie kann man nur Leuten,die 35 Jahre und länger gearbeitet haben das ganze mühevoll ersparte wegnehmen?
Nach wie vor ist es schwer Arbeit zu kriegen und wenn dann mit Dumpinglöhnen.

Das mit der Reichensteuer-wo die Linken dafür sind hat schon seine Gründe:
Auf normalem Wege-sprich arbeiten kommt man hier zu gar nichts,war mal anders.
Das geht schon mit der Kindheit los-Bildung ist teuer und wer kann sich die leisten?
Warum sind einige Bosse wie auch die ALDI-Brüder oder die LIDL-Gruppe eigentlich so reich?
Weil die den Zulieferen die Preise drücken und viele Zulieferer wiederum die Löhne drücken.
Das heißt,das diese Firmen fast nur noch Dumpinglöhner oder Zeitarbeiter aus Billiglohnländern beschäftigen.

Leute aus Osteuropa sind mittllerweile schon viel zu teuer.
Ist doch kein Wunder,das hier die Kaufkraft immer weiter absinkt.
Wäre auch ein Thema für die SPD.
Oder die Rente mit 67-das kann kein Handwerker durchhalten.
Kindergärten und Bildung-viel zu teuer,wer arm ist bleibt es auch.
Wenn die SPD so weitermacht wie jetzt und das scheint mit Münte der Fall zu sein braucht sich niemand über die immer stärker werdende LINKE zu wundern.
Ich halte durchaus mal ein ROT-ROT-Grünes Bündnis für möglich.

In Lateinamerika hat es ja in einigen Staaten nen kräftigen Linksrutsch gegeben,hat sicher seine Gründe...

Lg Leckermann :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Oskar-Lafontaine-Komplex
BeitragVerfasst: Dienstag 23. September 2008 - 13:27 
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http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 38,00.html



Die Marktverächter triumphieren zu früh

Von Christian Reiermann

Kapitalismuskritiker wie Oskar Lafontaine sehen die Marktwirtschaft wegen der Finanzkrise bereits am Abgrund. Doch sie irren sich. Das System lernt aus den schlimmsten Depressionen und hat noch jedes Mal bewiesen: Das Nützliche überlebt.

Berlin - Oskar Lafontaine und Gregor Gysi sind in diesen Tagen erfüllt von klammheimlicher Freude. Bei jedem ihrer Auftritte, ob im Bundestag oder auf Wahlkampftribünen in Bayern, ist ihnen ihr innerer Triumph anzumerken. Haben sie es nicht immer geahnt, nein gewusst? Der Kapitalismus schaufelt sich sein eigenes Grab. Die Weltfinanzmärkte erleben gerade die größte Krise seit 80 Jahren. Jeder Tag bringt neue Hiobsbotschaften von den Börsen, jeder Tag scheint sie aufs Neue zu bestätigen.

Ausgerechnet die Regierung der USA, des kapitalistischen Musterlandes, scheint in der Krise auf die linke Linie einzuschwenken. Sie verstaatlicht Vorzeigeunternehmen mit Hugo Chavez um die Wette. Präsident George W. Bush hat gegenüber seinem venezolanischen Amtskollegen derzeit eindeutig die Nase vorn. In den vergangenen drei Wochen übernahm seine Regierung die Kontrolle über zwei Hypothekenbanken und das größte Versicherungsunternehmen der Welt. Demnächst will sie 700 Milliarden Dollar bereitstellen, um den angeschlagenen Finanzsektor von faulen Wertpapieren zu entlasten.

Der Staat springt als Reparaturbetrieb des Kapitalismus ein. Was hemmungslose Gier, verantwortungsloser Leichtsinn und schierer Größenwahn in den glitzernden Türmen der Bankenzentralen in New York, London oder Frankfurt angerichtet haben, muss der Staat bereinigen. "Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert", schimpfen Lafontaine und Gysi, aber nicht nur sie.

Wie die Amerikaner den Kapitalismus retten wollen

Die Kritiker haben durchaus ein Recht, empört zu sein. Zum Kapitalismus gehört, dass jeder für seine Fehler bestraft werden sollte; dass sich niemand darauf verlassen darf, dass jemand anderes für ihn geradesteht. Doch genau das passiert gerade, auf Kosten der Steuerzahler.

Und dennoch, die Verantwortlichen in den USA handeln richtig und verantwortungsvoll. Dass Regierung und Notenbank in den USA gleich reihenweise Banken und Versicherungen übernehmen, bedeutet nicht, dass sie sich der Weltsicht eines Hugo Chavez beugen. Das Gegenteil ist der Fall. Der Sozialist aus Venezuela verstaatlicht die Unternehmen seines Landes in der Überzeugung - so viel sei ihm immerhin zugestanden -, um Gutes zu erreichen (was ihm, das lehrt die Geschichte, nicht gelingen wird). Die US-Regierung handelt, um Schlimmeres abzuwenden (und wird damit vielleicht Erfolg haben). Chavez und viele seiner Sympathisanten im Westen wollen den Kapitalismus überwinden, die Amerikaner wollen ihn retten.

Sie lassen sich dabei von einer einfachen Überlegung leiten: Taumelnde Finanzriesen aufzufangen, kann teuer sein, sie nicht aufzufangen, kann noch viel teurer werden. Diese Erkenntnis ist eine der Lehren aus der Weltwirtschaftskrise Anfang der dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Damals sahen die Regierungen in den USA und Deutschland tatenlos zu, wie Banken zusammenbrachen. Beide Länder versanken in Depression und Massenarbeitslosigkeit, in Deutschland kamen die Nazis an die Macht. Wären die Regierungen damals eingeschritten, vielleicht hätte die Weltgeschichte einen anderen Verlauf genommen.

Die Lehren aus den Krisen der Vergangenheit

Das Beispiel aus der Geschichte zeigt zweierlei. Erstens: Politik und Wirtschaft lernen aus den Krisen. Und zweitens: Die gegenwärtige Krise ist nicht die erste, die der Kapitalismus zu bewältigen hat, sie wird auch nicht die letzte sein. Was wir derzeit erleben, ist keineswegs das Ende des Kapitalismus. Es ist vielleicht das Ende seiner finanzgetriebenen Variante, wie sie die Welt in den beiden vergangenen Jahrzehnten erlebt hat und die als Turbokapitalismus Karriere machte. Die Wirtschaftsform der näheren Zukunft wird anders sein, aber immer noch kapitalistisch. Der Finanzsektor wird eine geringere Rolle spielen und deshalb schrumpfen, genauso wie die Gehälter der Investment-Banker.

Der Staat wird selbst in den angelsächsischen Ländern eine größere Rolle spielen, als Aufseher und Schiedsrichter, vielleicht sogar als Eigentümer. Politik und Aufsichtsbehörden werden stärker im Marktgeschehen mitmischen. Dafür gibt es gute Gründe, nicht zuletzt den, dass der Staat künftig ein bisschen mehr mitgestalten will, wenn er am Ende mit Hunderten von Milliarden als Retter einspringen soll. Kurzum, Politiker und Beamte in allen marktwirtschaftlich organisierten Ländern werden sich Gedanken über eine effizientere Regulierung der Kapitalmärkte machen.

Was die Marktverächter der vereinigten Linken dazu im Angebot haben, taugt leider nicht, auch wenn sie sich derzeit bestätigt fühlen. Gleichgültig ob ihre Forderung nach festen Wechselkursen, einer Börsenumsatzsteuer oder dem Verbot von Aktienoptionen - keines dieser Instrumente leistet einen zeitgemäßen Beitrag, das Risiko von Finanztransaktionen einzudämmen und gleichzeitig einen funktionsfähigen Kapitalmarkt zu erhalten. Im Gegenteil, Lafontaines fixe Idee, die Währungen weltweit wieder mit festen Wechselkursen aneinanderzuzurren, würde Spekulanten ganz neue Verdienstmöglichkeiten eröffnen. Die machten sich schon in der Vergangenheit regelmäßig einen lukrativen Spaß daraus, die Haltbarkeit solcher Konstruktionen zu testen. Häufig gewannen sie. Angesichts der Kompliziertheit moderner Finanzinstrumente sind Lafontaines Vorschläge ähnlich wirkungsvoll wie ein Aderlass bei einer HIV-Infektion.

Ein ganzes Haus im Tausch für eine Tulpenzwiebel

Viele der umstrittenen Finanzierungsvehikel, die im Verdacht stehen, die Krise befördert, wenn nicht ausgelöst zu haben, werden auch in Zukunft existieren. Nicht alle, aber solche, die sich bewährt haben. Darunter waren durchaus sinnvolle Schöpfungen. Die Idee, Risiken handelbar zu machen, gehört zweifellos dazu.

Aus den vergangenen Krisen des Kapitalismus lässt sich eine Konstante ableiten: Das Nützliche überlebt. So war es nach dem Hype um amerikanische Eisenbahngesellschaften, die im 19. Jahrhundert dutzendweise in die Pleite fuhren. Erst wurden viele reich, dann viele wieder arm, aber das Land verfügte am Ende über ein leistungsstarkes Eisenbahnnetz, das der Wirtschaft zum Aufschwung verhalf. So war es nach dem Zusammenbruch der Internet-Blase. Viele Unternehmen wurden erst hoch gehandelt und verschwanden dann wieder. Dennoch ist das Internet bis heute Wachstumstreiber für die Weltwirtschaft geblieben. Und so war es schon nach dem holländischen Tulpenwahn, jener Periode im 17. Jahrhundert, als einzelne Blumenzwiebeln gegen Häuser getauscht wurden.

Niemand kam damals auf die Idee, den Handel mit Tulpen oder die Blumen selbst zu verbieten. Bis heute hält sich in Holland und vielen anderen Weltgegenden eine Vorliebe für die schönen Pflanzen. Sie blühen in öffentlichen Parks und in vielen Vorgärten, zur Freude ihrer Besitzer und zur Freude der Betrachter. Im nächsten Frühjahr ist es wieder so weit.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Oskar-Lafontaine-Komplex
BeitragVerfasst: Mittwoch 24. September 2008 - 08:50 
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man mag Lafontaine und die Linkspartei von links, oder wenns sein muß, von rechts kritisieren. Aber diese Artikel sind neoliberaler, geistiger Dünnschiss. Irgendwie passt das also hier hin.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Oskar-Lafontaine-Komplex
BeitragVerfasst: Mittwoch 24. September 2008 - 09:20 
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@alexander ap

Ich halte diese drei Artikel für gelungen und äußerst treffend. :lol:

Mag aber sein dass Menschen die bereits gutgläubig und bereitwillig auf die Parolen von Lafi und Gysi hereingefallen sind, selbige Artikel als Provokation gegen ihr einfaches, bequemes Weltbild empfinden.

Aber auch wenn man anderer Ansicht ist sollte man seine gegenteilige Meinung doch etwas stichhaltiger begründen können.
Die Bezeichnung „neoliberal“ wird allzu oft als inhaltslose, modische Worthülse benutzt, genauso wie die Etikettierung „geistiger Dünnschiss“ für sich alleine genommen erst mal völlig nichtssagend ist.

Zumindest hat dich dieser, von dir sogenannte „geistige Dünnschiss“, dazu veranlasst deinen ersten und einzigen Beitrag im Kack-Board zu verfassen.
Auch wenn es sich dabei nur um einen wenig aussagekräftigen Zweizeiler handelt ist das doch zumindest ein wie auch immer gearteter Anfang. :lol:

MfG
Zinth


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Oskar-Lafontaine-Komplex
BeitragVerfasst: Mittwoch 24. September 2008 - 09:37 
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http://www.abgeordnetenwatch.de/oskar_lafontaine-650-5997.html

@ all :

... will mich mal aus der Deckung wagen, wenn ihr über unsere Politiker die Info´s über ihr tatsächliches Verhalten sucht dann ist der og. Link für euch alle.

* neoliberal : was das heißt ? " In der ersten Republik war diese Einstellung der Steigbügel zur Übernahme Deutschlands durch einen östereichischen Obergefreiten und mittelmäßigen Malkünstlers und vorbestraftem Bauernsohn.

MfG


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Oskar-Lafontaine-Komplex
BeitragVerfasst: Mittwoch 24. September 2008 - 10:08 
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Hallo Magnus,

ich habe mich schon gewundert wo du bleibst. :lol:

Zuerst möchte ich ganz am Rande nur kurz darauf hinweisen dass Hitler den Dienstgrad eines Gefreiten erreichte und nicht wie von dir behauptet Obergefreiter, des Weiteren war Hitlers Vater in erster Linie Zollbeamter und nicht Landwirt, erst nach seiner Pensionierung erwarb er ein kleines Bauerngut, womit er aber keinen wirtschaftlichen Erfolg erzielen konnte.
(Vielleicht hatte er ebenso wie Laffi zu wenig Ahnung von Ökonomie. :lol: )
Aber wir wollen deine Stellungnahme ja nicht auch noch zu allem hin mit pedantischen Korrekturen von Feinheiten belasten.

Einen direkten Zusammenhang zwischen Marktwirtschaft und Nationalsozialismus zu ziehen, sozusagen als zwangsläufige Entwicklung, ist dagegen eine äußerst abenteuerliche Akrobatik, jedoch an linken Stammtischen gängige Praxis.

Dass sich dein Laffi auf seiner Webpräsenz als Erlöser selbst beweihräuchert ist ja wenig verwunderlich.

Aber ich nehme deine politischen Ressentiments zur Kenntnis, wenn ich dir, aufgrund mangelnder Kohärenz und Nachvollziehbarkeit, bekanntlich auch nicht zustimmen kann.

Aber um evtl. zu erwartenden Eskalationen prophylaktisch entgegenzuwirken werde ich mich hier jetzt sehr zurückhalten.
Wir wissen doch wohin unsere Diskussionen sonst zuweilen führen können. :megalol:

Und die Teilnahme am kack-board soll ja Spaß machen. :wink:


MfG
Zinth


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Oskar-Lafontaine-Komplex
BeitragVerfasst: Mittwoch 24. September 2008 - 21:54 
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Na gut... dann habe ich eben Addi befördert ... aber es bleibt der "Mannschaftsdienstgrad".
Neoliberalismus hat aber dennoch mit gesunder Marktwirtschaft nichts zu tun ...es ist versteckter Heuschreckenkapitalismus.

Der Oskar hat bei "Abgeordnetenwatch" KEINE eigene Internetpräsents. Das ist eine unabhängige Veröffentlichung vom tatsächlichen Verhalten der Bundestagsabgeordneten oder Landtagsabgeordneten ... den sog. "Volks(v)zertretern. Wenn man diese Seite als "Werbung" der eigenen "Unfehlbarkeit" verstanden haben will ist das ein Irrtum. Wenn man leichtfertig von ökonomischer Kompetenz redet, sollte man sich die Mühe machen auch andere Abgeordnete zu watchen. Nichts desto trotz war Addi der Sohn eines wenig erfolgreichen Bauers. 8) Die Thesen von den pedantischen Feinheiten will ich gar nicht erörtern ..das führt wirklich in die Niederungen der persönlichen Ansichten, wir wollen doch hier nur die tatsächlichen Fakten bewerten. Das macht Spaß ... 15 % Dummis speziell für Linkswähler halte ich schlichtweg für eine pauschale Unterstellung. Schauen wir uns doch den politischen Unsinn an, den Beckstein in die öffentliche Diskussion gebracht hat ... das muß ich nicht kommentieren, das spricht für sich selbst. Den Zusammenhang zwischen "Heuschrecken"Marktwirtschaft und alleinherrschenden Politprofiteuren sehe ich schon ... genau so läuft die Auseinandersetzung an "rechten Stammtischen" das allein ist ja noch kein Makel. Schlimm wird´s nur, diese Reden zur gängigen Praxis zu verallgemeinern. Nochmals die Inhalte der "Abgeordnetenwatch" beweihräuchern die Politiker keineswegs, eher sind es die tatsächlich nachprüfbaren Verhaltensweisen unserer Volksz(v)ertreter und da schneidet der sog. "Laffi" erstaunlich gut ab (meine Meinung). Wenn tatsächlich der unkompetente "Laffi" Ministerpräsident und Finanzminister der SPD gewesen ist ... na gut, dann ist die SPD insgesamt auch inkompetent für das deutsche Volk. Schauen wir uns das Wirken des verstorbenen politischen Urgesteins Bayern ( FJS ) an, der immer vor den kommunistischen Staatszerstörern sprach und bemerken das er dieses sog. "Stalinistische System" mit einem 70 Millionen Darlehen künstlich am Leben erhalten hat, da kann ich nur schmunzeln. :lol:
So weit meine Zurückhaltung !!! Ich gebe dir aber in einem Punkt volle Übereinstimmung mit uns beiden. " Das Kackboard soll Spaß machen, mir macht es Spaß für die Linke in den kommunalen Wahlkampf RLP zu gehen. 15 % ist schon eine Marke die "freie Demokraten" nicht erreichen, insoweit braucht es mir um Deutschland nicht bange zu werden, momentantan reicht es auch in Bayern nicht für eine "schwarzgelbe" Koalition. Warten wir den Sonntag ab und frei nach Franz Beckenbocker : schaun wir mal. Wichtig ist letztlich was "hinten" dabei rauskommt.

greetings ( neudeutsch ) mit freundlichen Grüßen :P Magnus Aries the Lord of Scatland


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Oskar-Lafontaine-Komplex
BeitragVerfasst: Mittwoch 24. September 2008 - 22:57 
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Ist hier ne sehr interessante politische Diskussion.
Ich mach's jetzt mal kurz,aber ich denke doch treffend.
Warum gibt es eigentlich die Linke mit Oskar Lafontaine und auch Grgor Gysi,wenn doch der Kapitalismus,wie wir ihn zur Zeit haben so gut ist?

Lg Leckermann :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Oskar-Lafontaine-Komplex
BeitragVerfasst: Mittwoch 24. September 2008 - 23:07 
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Ja Leckermann sehr interessant hier.
Ich möchte die Frage in den Raum stellen,warum es in der DDR
eine Opposition gab.Mit der Bundesrepublik Deutschland als freiheitlich
demokratischer Rechtsstaat gab es ein Gegenmodell,
das manchen in der Oppositionspolitik in der DDR als Vorbild diente.
Und ich schätze mal das ein mehrheitlicher Anteil des Volkes heimlich ebenso dachte.
Aber warum nur,wenn doch der real existierende Sozialismus so gut war??

fragt Nero :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Oskar-Lafontaine-Komplex
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. September 2008 - 09:12 
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Na, jetzt wird´s geil : Hallo all ihr klugen Leute, ich werde zum Sophisten _heute_ :canbis:

:mrgreen:

Ja liebes Publikum sehr interessant hier.
Ich möchte die Frage in den Raum stellen,warum es in der BRDäää
eine Opposition gab. Mit der Deutschen Demokratischen Republik als starker Staat
in dem Zucht und Ordnung herrschte gab es ein Gegenmodell,
das manchem in der Regierungskoalition der BRDäää als Vorbild diente.
Und ich schätze mal das ein mehrheitlicher Anteil des Volkes heimlich ebenso dachte.
Aber warum nur,wenn doch die soziale oder neoliberale Marktwirtschaft so gut war??


fragt Magnus Aries

und antwortet :
Drehen wir die Zeit zurück " Die Zukunft ist auch nicht mehr das selbe wie Früher " (Karl Valentin)

Laßt uns eine Mauer bauen


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Oskar-Lafontaine-Komplex
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. September 2008 - 10:19 
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Freut mich echt Magnus,das du solchen Spass an der Sache hast.
Den Part des Sophisten überlasse aber ruhig unseren lieben sozialistischen
Demagogen Oskar mit seinen Linken.
Sie wollen Ideen von gestern aufkochen,das Rad der Geschichte zurück drehen, um Politik für morgen zu machen-
Enteignung von großen Familienunternehmen.

"Junkerland in Bauernhand"-
Nach zwei sozialistischen Terrordiktaturen auf deutschem Boden sollte eigentlich
jeder begriffen haben wo sowas hinführt.
Meine Familie und ich durften das alles "live" miterleben.


Oskar lebt in der Hoffnung, dass er damit die neidgesteuerten Reflexe seiner Anhängerschaft schon richtig treffen wird,
und dass er und seine Partei am Ende ohnehin unbedeutend genug bleiben werden, dieses Geschwafel letztlich auch in
Politik umsetzen zu müssen.

Notfalls kann er ja immer noch auf bewährte Strategien zurückgreifen und sich wie ein
Hühnerdieb aus Amt und Verantwortung schleichen. Bild
Das bringt er am besten.

LG Nero :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Oskar-Lafontaine-Komplex
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. September 2008 - 14:35 
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Spaßeshalber würde ich gerne mal sehen was passieren würde falls der Erlöser Laffi einmal ein oder zwei Legislaturperioden die absolute Mehrheit in Deutschland hätte.
Schon allein zur Strafe für die Wähler die auf jeden Unsinn hereinfallen, würde mich das freuen.
Ich gehe jede Wette ein dass nichts Vernünftiges dabei herauskommen würde, bzw. auf jeden Fall nicht das was sich die naiven Wähler davon versprechen.

Es gibt ja nur zwei Möglichkeiten, entweder ist alles nur Geschwätz und die SED/PDS/KPD/Trotzkisten/Linke betreibt dann in der Realität genau die gleiche Politik wie die anderen auch, wozu sie ja auch z.B. in Berlin gezwungen sind, sodass überhaupt kein merklicher Unterschied zur jetzigen Bundesregierung besteht. Ich weiß das denn ich lebe in Berlin.
Oder die Politchaoten setzen sich durch und Deutschland fährt total in den Arsch.
Wobei ein totaler Zusammenbruch auch mal wieder ganz heilsam wirken könnte. Vielleicht brauchen die Deutschen das einfach von Zeit zu Zeit.
Was mir relativ egal wäre denn ich persönlich bin gegenüber allen Eventualitäten relativ gut abgesichert. Ich warte dann im Ausland auf den entgültigen Zusammenbruch, wie die Exilkubaner in Florida.

Bezüglich meiner Vorhersage bin ich mir aber, aufgrund der gesamten, persönlichen und historischen Erfahrungen, dermaßen sicher, dass ich mich verpflichte mir das Wort „Idiot“ auf die Stirn tätowieren zu lassen, falls ich falsch liege.
Jedoch liege ich mit meinen Einschätzungen meistens richtig. :D

Davon einmal abgesehen, jeder der sich ein wenig in der Gesellschaft auskennt weiß dass die Mehrzahl der zukurzgekommenen SPD-Wähler im Westen und der SED-Fans und DDR-Nostalgiker in den neuen Bundesländern, die jetzt die Linke wählen, im Prinzip konservative Spießbürger sind.
Wie es in einem der hier reingestellten Artikel heißt also eigentlich Reaktionäre, die von der heilen Welt und einer vermeintlich besseren Vergangenheit träumen.
Also exakt die Klientel die mit Dingen wie Scheißwasser-Bong, kriminellen Ausländern, Islamisierung und sämtlichen Subkulturen von denen du, Magnus, so begeistert bist, absolut nichts anfangen kann.
So gesehen applaudierst du also wieder mal dem falschen Verein, ohne es zu merken.
Das ist auch wieder so ein Punkt den ich mit fehlender Kohärenz und Nachvollziehbarkeit meine.

MfG
Zinth


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Oskar-Lafontaine-Komplex
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. September 2008 - 16:59 
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Wo bleibt der "Innere Zusammenhang" > Kohärenz?

Auf ungelegte Eier zu wetten halte ich für idiotisch, zuerst mußt du dem von dir kritisierten "Laffi" auch die Gelegenheit geben mindestens 2. Legislaturperioden zu regieren, dann können wir diesen Satz von dir weiter diskutieren.

Gib doch der Linken deine 2. Stimme wenn du keine Angst hast deine Wette einzulösen. :)

Du solltest aufhören zu lamentieren und an das Sprichwort denken : Der Vogel der in der Frühe am lautesten singt ist am Abend von der Katze gefressen. Soll heißen : Gib keine Versprechen die du nicht einhalten kannst.

Es freut mich das du dich in der Gesellschaft so gut auskennst aber welche Gesellschaft meinst Du ? Etwa die Gesellschaft zur Förderung der politischen Prostitution oder Gesellschaft gegen das Rauchen. Du mußt dich schon sehr in die Ecke gedrängt fühlen wenn du Scheißbongraucher in einen Topf mit Kriminellen wirfst. Dabei vergißt du das du selbst ein Scheißliebhaber bist und dich hier auf dem Board offensichtlich wohlfühlst. Freut mich auch das du die Semitisierung unseres Landes nicht beklagst.

Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, Unglück oft durch Vernachlässigung kleiner Dinge.
Wer sich an das Absurde gewöhnt hat, findet sich in unserer Zeit gut zurecht.

DIch verweise noch mal auf dein geliebtes Wort "Kohärenz" Wo ist der innere Zusammenhang zwischen Oskar Lafontaine und deiner kritisierten SED-Nostalgie ?

Du siehst Deine Verbalinjurien sind Folge deiner rethorischen Schwäche und deiner politischen Inkompetenz aber Dummheit ist eben genauso ein Nullsummenspiel wie die neoliberale Marktwirtschaft, was der eine gewinnt, verliert der andere.

Der Unterschied zwischen Gott und den Historikern besteht hauptsächlich darin, daß Gott die Vergangenheit nicht mehr ändern kann.

Samuel Butler, 04.12.1835 - 18.06.1902
Englischer Schriftsteller, Philosoph und Essayist


Zuletzt geändert von Magnus Aries am Donnerstag 25. September 2008 - 22:06, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Oskar-Lafontaine-Komplex
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. September 2008 - 20:47 
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@Magnus

Wie aus meinem Beitrag eindeutig hervorgeht werfe nicht ich den Scheißwasser-Bong-Raucher, ausländische Kriminelle, Mohammedaner und sonstige Subkulturen und Randgruppen in einen Topf, sondern die Mehrheit von Laffis spießbürgerlichen Protestwählern macht das.
Schon alleine die ganzen alten DDR-Nostalgiker in den neuen Bundesländern sehen in diesen Phänomenen doch nur Symptome des dekadenten Westens, von den enttäuschten Kleinbürgern und ehemaligen SPD-Wählern im Westen die jetzt aus Protest auch Laffi wählen ganz zu schweigen.
Und da Laffi ja bekanntlich ein passionierter Populist ist wird er diese Themen nach Möglichkeit aufgreifen, siehe unter anderem seine damalige „Fremdarbeiter-Rede“.

Zitat:
Du siehst Deine Verbalinjurien sind Folge deiner rethorischen Schwäche und deiner politischen Inkompetenz aber Dummheit ist eben genauso ein Nullsummenspiel wie die neoliberale Marktwirtschaft, was der eine gewinnt, verliert der andere.


Mach du dir mal über meine angebliche, rhetorische und politische Dummheit keine Sorgen.
Denn wenn man unserer beider Beiträge hier im Forum vergleicht ,stellt man schnell fest dass ich im Gegensatz zu dir fast immer ohne plumpe Beleidigungen auskomme.
Die "Verbalinjurien" sind hier im Forum fast ausschließlich in deinen Beiträgen zu finden. :wink:

MfG
Zinth


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Oskar-Lafontaine-Komplex
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. September 2008 - 21:36 
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Die Finanz und Bankenkrise der USA wird sich weltweit negativ bemerkbar machen,da bin ich sicher.
Weltweite Rezzesion ist die Folge,das heißt sinkende Nachfragen,Inflation und Arbeitslosigkeit.
So etwas hat auch schon oft zu politischen Umbrüchen geführt,entweder stark nach rechts oder links.Die Rechten werden hier weiter nicht viel zu melden haben,da passen schon die Nachbarn,die NATO und ISRAEL auf.

Aber nach links-da könnte was gehen.Allerdings müßte die Ypsilanti SPD-Chefin und Kanzlerkanditin werden. Jetzt hat sie die Macht,Münte,Steinmeier und erst recht Clement aus der Partei zu werfen-sind eh keine Sozies.
Jetzt steht der Zusammenarbeit mit den Linken nichts mehr im Wege.
Klar,das da jetzt auch die GRÜNEN mit TRITTIN mitmachen.
So wäre die Mehrheit perfekt-die Frauen freut es,wieder ne Frau als Kanzler.
Jetzt wird Oskar wieder Superminister und lässt erst mal die BAHN und die BANKEN verstaatlichen.
Mehdorn und Ackermann werden wegen Korruption eigesperrt und enteignet.

Gregor Gysi wird als Außenminister die Zusammenarbeit mit Russland wieder vertiefen,nachdem der NATO-Austritt perfekt gemacht wurde.
Gut,das ganze muß ja auch noch vom Bundespräsident abgesgnet werden.
Gibt es da nicht noch den EGON KRENZ,der den Mut hatte die Mauer zu öffnen?
Er hätte dadurch das Bundespräsidentenamt verdient.

Was kann der AMERIKANER dagegen machen? Gar nichts,denn die sind ja pleite!! :)

Wäre doch mal ne neue Richtung,oder? :)

Lg Leckermann :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Oskar-Lafontaine-Komplex
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. September 2008 - 22:04 
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ädH9

Bruhahaha....

Ich denke also bin ich !
Ich frage also: Wer bist du ?

Das mit dem Denken ist schon so eine eigene vertrackte Sache.

Ich denke ein getroffener Hund bellt... er beißt nicht.

Ich mach mir um dich auch keine Sorgen. Meine Sorge gilt meinem geliebten Heimatland.

... Ich finde es schon sehr amüsant das dein Lafontaine-Komplex dich animiert kurz vor der Bayernwahl so aus der Fassung zu geraten. Ich seh das mit Gleichmut und warte bis du dein Versprechen einhälst und dich auf der Stirn tätowieren läßt. Die Fremdarbeiter Rede ist doch Wasser auf deine Mühle, zwar nicht populistisch aber den Tatsachen entsprechend, sie trifft die Neokons bis ins Mark. Die plumpen "Beleidigungen" ? Wen kann man mit der Wahrheit beleidigen ? Offensichtlich dich ! Such dir intellektuell Gleichgestellte die deine verbalen Niederungen auf Festzeltebene verstehen und lustig finden. Ich selbst zweifle an deiner kohärenten Argumentation.

Bildung ist die Fähigkeit, fast alles anhören zu können, ohne die Ruhe zu verlieren oder das Selbstvertrauen.
("Robert Frost" US-amerikanischer Bürger und 4-maliger Pulitzerpreisträger)


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Oskar-Lafontaine-Komplex
BeitragVerfasst: Donnerstag 25. September 2008 - 22:28 
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@Magnus

Wie gehabt, du fällst wieder mal total aus der Rolle.

Ich kann nur immer sagen, schau deine Beiträge an und vergleiche sie mit meinen, wer hier wohl wodurch getroffen ist und aus der Fassung gerät ist doch offensichtlich.
Was willst du mit „Festzeltebene“?
Du bist doch der Einzige der hier rumproletet und das fällt ja nicht nur mir auf, das haben dir auch schon andere gesagt.

Du bist mir so ein intellektueller, linker Politologe. :P

MfG
Zinth


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Oskar-Lafontaine-Komplex
BeitragVerfasst: Freitag 26. September 2008 - 00:07 
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Registriert: Dienstag 25. April 2006 - 00:30
Beiträge: 352
Leckermann hat geschrieben:
Klar,das da jetzt auch die GRÜNEN mit TRITTIN mitmachen.


@Leckermann

Beitrag mit Witz, aber musstest Du die Grünen und so einen
Scheisskerl wie Trittin erwähnen?
Einen Typ, der vor 14 Jahren mit Autonomen durch Göttingen
marschierte(Damals schon abgrundtief verlogen) und sich
heute als bürgerlicher Aussenpolitiker gebärdet, schamlos
die bizarren Politikerprivilegien in diesem Land ausnutzt und
täglich seinen Pensionsanspruch nachrechnet.

Eliminiert gehört so einer!

LG,
Priol


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