Siegburg
17-Jähriger stiftete zu Gefängnis-Mord an
Der Mord an einem 20-jährigen Gefangenen in der Justizvollzugsanstalt Siegburg geht nach Angaben eines der Täter auf die Initiative eines 17 Jahre alten Zellengenossen zurück.
Nach FOCUS-Informationen sagte der 20-jährige Ralf A. im Verhör, Danny K., habe am Mittag des 11. November das Startsignal für die stundenlangen Folterungen des Häftlings Herrmann H. gegeben. Zunächst habe man das Opfer nur geschlagen. Am frühen Abend habe Danny K. – in Essen verurteilt wegen Körperverletzung und Raubes – den Gequälten zu oralem Verkehr aufgefordert. Mit immer neuen Folterandrohungen habe man den Wehrlosen dazu gebracht, sich zu strangulieren, gestand Ralf A.
Anwalt: „Nur mitgemacht“
Dessen Strafverteidiger Uwe Krechel sagte zum Motiv seines Klienten: „Mein Mandant hat nur mitgemacht, weil er selbst nicht zum Opfer werden wollte.“ Im Gefängnis könne dies schnell geschehen.
Als Konsequenz aus dem Mord fordert die Bundesvereinigung der Anstaltsleiter zusätzliche Zellen. Um die nächtliche Einzelunterbringung von Gefangenen zu ermöglichen, müsse die Politik „dort, wo es nötig ist, neue Anstalten und neuen Haftraum schaffen“, sagte der Vorsitzende der Vereinigung, Wolfgang Fixson, der „Berliner Zeitung“ vom Samstag. Es sei grundsätzlich abzulehnen, nachts mehrere Gefangene in eine Zelle zu schließen.
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Als ehemaliger Insasse eines Jugendknastes wundert mich eigentlich nicht dass so etwas passiert.
Wenn man Hunderte, persönlichkeitsgestörte, sozial desintegrierte, junge Männer, bis oben hin voll mit Testosteron und Stresshormonen, zusammen sperrt passiert so was eben.
Gewaltstatistiken zeigen, junge Männer sind gefährlich, alte Männer sind harmlos, in dieser Hinsicht.
Das ist beim Homo Sapiens nicht anders als bei Schimpansen oder Elefanten.
Und wenn das Gewaltpotential des Menschen nicht kulturell und sozial reguliert wird, dann eskaliert es.
Dann lieber in einen Knast mit älteren Gefangenen, in dem man friedlich Schach spielen, Bücher lesen und zusammen kochen kann.
Aber bzgl. der „Fürsorgepflicht“ des Staates gegenüber seinen Strafgefangenen muss ich eher schmunzeln. Die Gefängnisse sind dermaßen voll mit Drogen und krimineller Subkultur, dass der Staat den einzelnen Häftling kaum schützen kann. Evtl. mehr Einzelzellen könnten Abhilfe schaffen.
Wobei ich nicht für mehr Nachsicht gegenüber Kriminellen plädiere, der Staat muss ja sanktionieren und unsere deutschen Knäste sind ja von ihrer Konzeption her nicht inhuman oder unangemessen.
MfG
Zinth